Scheidenpilz erkennen und behandeln

Wie kommt es zur Scheidenpilzinfektion?

scheidenpilz gesundes scheidenmilieu

Im Laufe ihres Lebens leidet beinahe jede Frau einmal an einem Scheidenpilz, medizinisch als Vaginalmykose bezeichnet, der damit zu den häufigsten Infektionen im Intimbereich gehört. Viele Frauen sind immer und immer wieder betroffen oder haben einen chronischen Scheidenpilz.

Wieso siedelt sich ein Scheidenpilz in der Vagina an?

Die Infektion wird entsprechend der umgangssprachlichen Bezeichnung "Scheidenpilz" durch Pilze verursacht – und zwar meist durch den Hefepilz Candida albicans. Das natürliche Scheidenmilieu, welches normalerweise diese Erreger abhält, ist bei einer Vaginalmykose gestört. Es finden sich darin zu wenig Bakterien, die das Scheidenmilieu ansäuern, also den pH-Wert niedrig halten und so den Pilzen das Leben schwer machen. 

Was ist Scheidenpilz?

Woran erkenne ich Scheidenpilz? Was führt zu einer Scheidenpilzinfektion, und wie kann ich vorbeugen? Das Wichtigste darüber erläutert Experte Professor Dr. Werner Mendling im Interview.

Kade Fungin

Jucken, Ausfluss, Rötung: Typische Scheidenpilz-Symptome

Die typischen Symptome sind in der Regel starker Juckreiz und Brennen an der Vulva und ungewöhnlich starker Ausfluss, der im Gegensatz zum normalen Weißfluss aus der Scheide in seiner Konsistenz bröckeliger und Quark-ähnlicher ist. Auch eine Rötung und Schwellung am Scheideneingang sowie Schmerzen bei Berührung gehören zu den häufigsten Anzeichen für einen Pilz. Manchmal können auch Schmerzen beim Wasserlassen und beim Geschlechtsverkehr für einen Scheidenpilz sprechen.

Scheidenpilz: Ursachen erkennen, vorbeugen und richtig behandeln

Meist wird eine Pilzinfektion der Scheide durch Candida albicans hervorgerufen. Bei einer gesunden, geschlechtsreifen Frau überwiegen in der Scheidenflora Milchsäurebakterien (Laktobazillen), die ein saures Milieu erzeugen, das krankmachende Bakterien und Pilze am Vermehren hindert. Verschiedene Faktoren können das empfindliche Gleichgewicht der Scheide stören:

  • geschwächtes Immunsystem durch Einnahme von Antibiotika,

  • Erkrankungen wie Diabetes mellitus,

  • Veränderungen im Hormonhaushalt durch die Anti-Baby-Pille, während der Pubertät, der Menstruation, einer Schwangerschaft oder den Wechseljahren,

  • Stress,

  • Verwenden von aggressiven Intimwaschmitteln und -sprays oder übertriebene Intimhygiene.

Pilze können außerdem übertragen werden:

  • durch falsche Toilettenhygiene, indem nach dem Stuhlgang zur Scheide hin gewischt wird,

  • durch Geschlechtsverkehr, wenn der Partner infiziert ist (Ping-Pong-Infektion),

  • durch gemeinsam benutzte Toilettenartikel, Wäsche oder Handtücher,

  • in Schwimmbädern, Whirlpools und Saunen,

  • durch eng anliegende Kleidung aus synthetischen Stoffen.

Generell machen sich Hefepilze immer dann breit, wenn die Abwehr einer Frau lokal geschwächt ist. Deshalb spielen auch die richtige Kleidung und gesunde Ernährung eine Rolle bei der Vorbeugung von Scheidenpilz sowie bakteriellen Infektionen. Die sogenannte Vaginose wird häufig mit dem Scheidenpilz verwechselt, weist im Gegensatz zu diesem aber als wichtiges Symptom üblen Intimgeruch auf.

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Behandlung des Scheidenpilzes:

Eine Pilzinfektion lässt sich in der Regel gut selbst behandeln. In Apotheken gibt es rezeptfreie Cremes und Vaginaltabletten, die einfach zu handhaben sind: Anti-Pilz-Cremes werden ein- bis zweimal täglich mittels Applikator in die Scheide eingeführt und ein- bis zweimal dünn auf die Schamlippen aufgetragen. Sicherheitshalber sollte der Afterbereich mitbehandelt werden, da sich auch dort Pilzsporen befinden können.

Vaginaltabletten gegen Scheidenpilz werden mithilfe eines Applikators oder mit dem Finger in die Vagina eingeführt. Während der Menstruation sind sie nicht sinnvoll, da das Blut den Wirkstoff aus der Scheide spült. Wichtig ist, sich jeweils an die Hinweise auf der Packung zu halten und die Behandlung nicht vorzeitig abzubrechen, weil keine Beschwerden mehr spürbar sind. Um sämtliche Pilze abzutöten, ist die vollständige Dosis der Wirkstoffe nötig. Während der Behandlung sollte man sehr genau darauf achten, täglich Unterwäsche, Handtuch und Waschlappen zu wechseln.

Von Hausmitteln wie Knoblauch und Essig sollten betroffene Frauen lieber die Finger lassen – sie können die Scheidenflora weiter stören und neben einem Scheidenpilz auch eine Vaginose auslösen.

Ein Arztbesuch wird notwendig,

  • wenn nach drei Tagen Anti-Pilz-Therapie keine Besserung eintritt,
  • bei wiederkehrenden Pilzinfektionen,
  • in der Schwangerschaft,
  • bei Unsicherheit, ob es sich tatsächlich um Scheidenpilz handelt.

Einer Vaginalmykose vorbeugen

Diese einfachen Maßnahmen helfen, dem Scheidenpilz vorzubeugen:

  • nach dem Toilettengang immer von vorne nach hinten wischen,

  • Intimbereich mit klarem Wasser oder einer Intimwaschlotion mit Milchsäure waschen,

  • keine Intimsprays benutzen,

  • keine luftdichten Slipeinlagen tragen,

  • in den letzten Tagen der Periode keine oder sehr kleine Tampons verwenden,

  • leichte Unterwäsche aus Baumwolle tragen und täglich wechseln,

  • auf enge, synthetische Kleidung verzichten,

  • beim Sex mit einem neuen Partner immer Kondome benutzen,

  • nasse Badesachen ausziehen,

  • in der Sauna immer auf ein Handtuch setzen.

Sie haben eine Frage rund ums vermeintliche Tabuthema Scheidenpilz? Wenden Sie sich anonym und vertrauensvoll an unsere Experten oder an unser Scheidenpilz-Forum, in dem Sie sich mit anderen Pilzgeplagten austauschen können!

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